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Plakat f. Blick in die Riehler Geschichte
Die Ausstellung v. J. Brokmeier wird am 14. Juli 2022 im Bezirksrathaus Nippes eröffnet. Sie zeigt historische Ansichtskarten zu Leben, Arbeiten und Wohnen in Riehl.

Gedenken an Manfred Faber in der Naumannsiedlung

Kölner Architekt und Opfer des Holocaust

Geb. in Karlsruhe 26.10.1879, ermordet in Auschwitz 16.05.1944.

Manfred Faber war in den 1920 ein Ausnahme-Architekt in Köln. Ein Macher und Visionär, dessen Bauten die Lebensqualität von Normalverdienenden in den Mittelpunkt stellten. Er hat die Architektur der Naumannsiedlung im Stil des Neuen Bauens maßgeblich geprägt, und wurde zum Opfer des Holocaust, weil er jüdischer Abstammung war.

Typische Fassadenlemente der Architektur im Stil des Neuen Bauens von Manfred Faber in der Naumannsiedlung © Foto: Rob Herff

Die Gedenkmaßnahmen im Einzelnen:

  • Zum 142. Geburtstag des Architekten am 26. Oktober wurde von der GAG eine Gedenktafel für Manfred Faber eingeweiht. Zusätzlich eröffnete sie eine Ausstellung im Sozialraum am Naumann-Platz.
  • Im Bezirksrathaus Nippes wurde die Fotoausstellung ‚In Love With The Riehl Light‘ gezeigt. Der Fotograf und Autor Rob Herff feiert darin die Architektur von Manfred Faber in der Naumannsiedlung. Die Onlineversion ist hier.
    Hier ist ein Pressebericht und hier geht’s zum Video auf YouTube.
  • Ab Mitte 2023 wird auf dem Naumann-Platz ein Kunstwerk entstehen, vom dem auch neue Impulse für die Erinnerungskultur ausgehen werden. Auf dem Platz an der Naumannstraße werden demnächst Sitzbänke aufgestellt und ein Boulefeld eingerichtet. Dieser zentrale Platz wird so wieder der Treffpunkt des Viertels und eine Location für kleine, feine Kulturveranstaltungen. Dann ist das Gedenken an Manfred Faber ‚mitten im Leben‘ angekommen.
  • Eine Initiative von Anwohner*innen setzt sich weiter dafür ein, ihn in Manfred-Faber-Platz umzubenennen.

Historischer Hintergrund

Manfred Faber, der leitende Architekt der Naumannsiedlung, war ein Vertreter des ‚Neuen Bauens‘ und in den 1920/30ern ein anerkannter Macher, Modernisierer und Humanist. Und er war jüdischer Herkunft.

Ab 1933 regierten die Nazis mit Gewalt, Willkür und Terror. Ihr Judenhass wurde zur Staatsräson. Sie begingen das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, den Holocaust. Dieser steht für die bürokratisch geplante und industriell durchgeführte Ermordung von Millionen Menschen.

Über sechs Millionen Menschen jüdischer Abstammung wurden in Auschwitz und den anderen KZ von den Nazis ermordet. Auch Manfred Faber wurde ein Opfer der Nazis. Sie ermordeten den anerkannten und geschätzten Architekten am 16.05.1944 in den Gaskammern von Auschwitz, weil er Jude war. Er wurde 64 Jahre alt.

Nach dem Krieg wurde die Aufarbeitung des Holocaust weitgehend verdrängt. Das Schicksal und Schaffen des Manfred Faber geriet völlig in Vergessenheit, obwohl seine Bauwerke bis heute an vielen Stellen Kölns präsent sind – auch hier in der Naumannsiedlung.

Erst Ende Oktober 2021 – 76 Jahre nach Kriegsende wurde endlich eine Gedenktafel für ihn in der Naumannsiedlung eingeweiht.

Wir haben das Schaffen und Schicksal von Manfred Faber so genau wie möglich rekonstruiert und Ingrid Blom-Böer hat es zusammen gefasst. Hier geht’s zur Dokumentation.

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